Woher Deutschlands Strom kommt

Strommix, Dunkelflaute, Netz und Bundesländer in Zahlen. Jede Zahl mit Bezugsgröße und Quelle; die Erzeugungsdaten werden monatlich aktualisiert.

Die Lage in Zahlen

Erneuerbare, September 2026
63,4 %
Erneuerbare, 2026 bis September
61,5 %
Erneuerbare, 2025
58,9 %
Erneuerbare, 2015
33,7 %

Anteil an der Einspeisung ins öffentliche Netz. Kohlestrom fiel von 215 TWh (2015) auf 95 TWh (2025); die Kernkraftwerke sind seit April 2023 abgeschaltet.

Der Wandel seit 2015

Kernenergie und viel Kohle sind weg, Wind an Land ist seit 2023 die größte Quelle. 2025 lagen Wind und Photovoltaik erstmals auf den Plätzen eins und zwei.

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Die letzten 24 Monate

Photovoltaik trägt im Sommer, Wind im Winter. In dunklen, windarmen Monaten springen Gas und Kohle ein: die Winterlücke.

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Jahreswerte je Energieträger als Tabelle
Stromerzeugung nach Energieträgern in TWh
JahrErneuerbare_ProzentKernenergie TWhBraunkohle TWhSteinkohle TWhErdgas TWhSonstige Konventionelle TWhPumpspeicher TWhBiomasse TWhWasserkraft und sonstige Erneuerbare TWhWind auf See TWhWind an Land TWhPhotovoltaik TWhNetzlast_TWh
2.01534841348115108401687135502
2.016348013081231484120126635504
2.017387212966261694117178636507
2.018387212872431694017198941509
2.0194371103485513940182410042497
2.0204661833568131140182710346485
2.02142659852601383816249046505
2.02247331046346121038142510156482
2.023567784051161037162411956458
2.024590712757161036192611363466
2.025590672861141036152610774466

Dunkelflaute: was wirklich passiert

Anfang November 2024 lieferten Wind und Sonne eine Woche lang nur 13,9 % der Last, in der schwächsten Stunde 0,1 GW. Bis zu 66 GW kamen aus Kohle, Gas, Biomasse, Wasser, Speichern und Importen.

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  • 936 €/MWh

    höchster Börsenpreis, gut zehnmal das Jahresmittel

  • 35 Stunden

    von 1.464 im November und Dezember 2024 über 300 €/MWh

  • 22–36 GW

    zusätzliche steuerbare Leistung bis 2035 laut Bundesnetzagentur

Das Licht ging nicht aus, und das Kartellamt fand keinen Missbrauch. Es fehlt nicht Energie übers Jahr, sondern gesicherte Leistung in wenigen Wochen. Ausprobieren lässt sich das im Szenario-Spiel.

Transport statt Produktion: das Netz

Wind weht im Norden und Osten, große Verbraucher sitzen im Süden und Westen. Reicht die Leitung nicht, wird vor dem Engpass abgeregelt und dahinter hochgefahren.

  • 3,1 Mrd. €

    Engpassmanagement 2025, nach 4,2 Mrd. € im Jahr 2022

  • 0,43 Mrd. €

    davon für abgeregelten Ökostrom; der Rest bezahlt Ersatzkraftwerke

  • 6,5 Mrd. €

    Bundeszuschuss senkt 2026 die Übertragungsnetzentgelte

  • bis zu 5

    Preiszonen wären laut Netzbetreibern effizienter; die Regierung bleibt bei einer

Lange zahlten ausgerechnet die Windländer die höchsten Netzentgelte. Seit 2025 wird ein Teil dieser Mehrkosten bundesweit verteilt.

Ziele und Stand

Installierte Leistung Ende 2025 und gesetzliches Ziel für 2030.

  • Photovoltaik117 von 215 GW
  • Wind an Land68,1 von 115 GW
  • Wind auf See9,5 von 30 GW

Photovoltaik liegt über dem gesetzlichen Pfad, Wind darunter. Der Strombedarf soll von 526 TWh (2025) auf 989 bis 1.294 TWh im Jahr 2045 wachsen; warum der Energiebedarf trotzdem sinkt, zeigt Energie richtig zählen.

Gedankenexperiment: der Landesstrompreis

Was, wenn jedes Bundesland die Durchschnittskosten seiner eigenen Kraftwerke zahlte statt eines bundesweiten Börsenpreises, der sich am teuersten noch gebrauchten Kraftwerk orientiert?

Ein Gedankenexperiment mit Jahressummen, kein Reformvorschlag: Schleswig-Holstein hat übers Jahr Überschuss, in einer Dunkelflaute nicht.

1 Jahr und Kosten

Stromgestehungskosten neuer Anlagen nach Fraunhofer ISE (2024): was es kosten würde, den Mix des Landes heute neu zu bauen. Bestehende, abgeschriebene Kraftwerke sind billiger.

%

Anteil der Erzeugung, der nicht beim Verbraucher ankommt.

2 Folgekosten

Schäden durch Treibhausgase und Luftschadstoffe je kWh (Methodenkonvention 4.0). Der CO₂-Preis steckt zum Teil schon in den Gestehungskosten; dieser Teil zählt dann doppelt.

Endlagerung und Rückbau der Kernkraftwerke
3 Strom von anderen Ländern
Preis für fehlenden Strom

Strompreis aus eigener Erzeugung, 2021

nur Erzeugung, ohne Netzentgelte und Steuern
Am günstigsten
Mecklenburg-Vorpommern
Am teuersten
Baden-Württemberg
Spanne
8,7 ct/kWh
Mittel aller Länder
19,4 ct/kWh

Mecklenburg-Vorpommern deckt 254 % seines Verbrauchs selbst und zahlt 13,4 ct/kWh; Baden-Württemberg kommt auf 22 ct/kWh. Länder mit Defizit kaufen den Rest für 18,3 ct/kWh zu.

Die 16 Länder im Vergleich

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Erzeugung, Verbrauch und Preis je Land

LandErzeugungVerbrauchSelbst gedecktEigene KostenPreis
Mecklenburg-Vorpommern18,9 TWh6,7 TWh254 %13,4 ct/kWh13,4 ct/kWh
Rheinland-Pfalz21,1 TWh27,7 TWh68 %13,8 ct/kWh15,2 ct/kWh
Sachsen-Anhalt25 TWh16,8 TWh133 %15,3 ct/kWh15,3 ct/kWh
Thüringen9,4 TWh11,6 TWh73 %14,6 ct/kWh15,6 ct/kWh
Hessen16,4 TWh35,1 TWh42 %16,1 ct/kWh17,4 ct/kWh
Saarland4,5 TWh7,1 TWh57 %17,2 ct/kWh17,7 ct/kWh
Brandenburg50,1 TWh14,9 TWh303 %17,7 ct/kWh17,7 ct/kWh
Berlin8,2 TWh12,4 TWh59 %18,7 ct/kWh18,5 ct/kWh
Schleswig-Holstein39,3 TWh12,6 TWh281 %18,6 ct/kWh18,6 ct/kWh
Hamburg2,8 TWh11,4 TWh22 %20,1 ct/kWh18,7 ct/kWh
Niedersachsen89,9 TWh48,6 TWh166 %19,3 ct/kWh19,3 ct/kWh
Nordrhein-Westfalen134,2 TWh114,3 TWh106 %19,7 ct/kWh19,7 ct/kWh
Sachsen40 TWh21,9 TWh165 %20,6 ct/kWh20,6 ct/kWh
Bremen*5 TWh4,3 TWh104 %20,6 ct/kWh20,6 ct/kWh
Bayern80,1 TWh77,6 TWh93 %22 ct/kWh21,7 ct/kWh
Baden-Württemberg50,6 TWh60,4 TWh75 %23,3 ct/kWh22 ct/kWh

Erzeugung brutto, Verbrauch als Endenergieverbrauch Strom. Wasserkraft und andere Träger, für die die Studie keine Kosten nennt, gehen mit dem erzeugungsgewichteten Mittel der übrigen ein (17,4 ct/kWh). * Für 2021 fehlen Werte; verwendet: Bremen Erzeugung 2021, Verbrauch 2020.

So rechnet das Experiment
  • Erzeugung und Verbrauch je Land aus den Länderenergiebilanzen. Fehlt ein Wert, gilt das nächste vollständige Jahr, mit * markiert.
  • Kosten neuer Anlagen nach Fraunhofer ISE (2024), unterer, mittlerer oder oberer Wert, ohne Folgekosten der Kernkraft.
  • Endlagerung und Rückbau: 41,8 Mrd. € (Fonds und Rückstellungen) oder rund 170 Mrd. € (Gesamtkosten bis 2099), verteilt auf rund 5.600 TWh Atomstrom seit 1961.
  • Umweltkosten nach Umweltbundesamt; für Kernenergie gibt es dort keinen Kostensatz.
  • Defizitländer kaufen zum Mittel der Überschussländer oder zum Preis eines Spitzenlastkraftwerks.
  • Nicht enthalten: Netzentgelte, Steuern und Abgaben, laut BDEW rund zwei Drittel des Haushaltspreises, sowie die stündliche Knappheit.
Quellen

Zeitreihen: Bundesnetzagentur | SMARD.de, CC BY 4.0, abgerufen am 30. Oktober 2026. Börsenpreise nur als Zahlen aus Berichten zitiert. Länderdaten: Länderarbeitskreis Energiebilanzen, Weitergabe mit Quellenangabe.