Kaufen, mieten oder Dach verpachten?

Bundesweite Komplettanbieter verkaufen Solaranlage, Speicher und dynamischen Stromtarif als Paket, zum Kauf oder zur Miete. Hier rechnest du die Konzepte grundsätzlich gegeneinander, mit eigenen Annahmen und unabhängig von deiner Anlage im Rechner.

1 Dein Haushalt
kWh/Jahr

Was du im Jahr verbrauchst, ohne E-Auto und Wärmepumpe; nicht, was die Anlage erzeugen soll. Verteilt über ein synthetisches Tagesprofil mit Spitzen morgens und abends.

€/kWh

Fester Tarif ohne Grundpreis, zum Beispiel ein Ökostromtarif. Er ist die Messlatte für alle Modelle.

%
2 Dach und Paket
kWp

Den ganzen Bedarf deckt keine Anlage: Im Winter fehlt Sonne, im Sommer bleibt Überschuss. Eine große Anlage gleicht den Winter teilweise aus und speist im Sommer viel ein, eine kleine deckt weniger, wird aber besser genutzt.

kWh
€/kWh

Für Kauf und Miete; bei Pacht und Contracting erhält sie der Betreiber.

%

Etwa Stunden mit negativen Börsenpreisen, in denen neue Anlagen nichts erhalten.

3 Kaufen
€/kWp
€/kWh
%

Auf denselben Lieferumfang. Ein Energiemanager ist hier enthalten.

€/Jahr

Versicherung, Wartung, Zähler. In der Miete enthalten.

€
Jahr
4 Mieten
€/Monat
Jahre
%
€
5 Dach überlassen
€/kWp/Jahr

Ein Investor baut und betreibt die Anlage; du beziehst weiter Netzstrom.

€/kWh

Contracting: Der Betreiber verkauft dir den Strom seiner Anlage, den Rest liefert das Netz.

6 Dynamischer Tarif
€/kWh

Durchschnitt über das Jahr, wenn nichts verschoben wird. Negativ heißt günstiger.

€/kWh

Abstand der günstigen Stunden zum Tagesmittel, nach Netzentgelten und Steuern.

%
€/Jahr

Mehrkosten gegenüber dem Festpreistarif.

€/Monat

Nur in den Paketen von Komplettanbietern.

7 Zeitraum
Jahre
%

Für den Barwert: späteres Geld zählt weniger.

Welches Modell passt zu dir?

Berlin, 35° Süd
Günstigstes Modell über 20 Jahre
Solarstrom vom Dach kaufen
Ersparnis gegenüber Netzstrom
5.143 €
Miete, als Kredit gelesen
8,6 % Zins
Dynamischer Tarif ohne Anlage, Jahr 1
+88 €

Alle Zahlungen aus Sicht deines Haushalts: Stromrechnung, Investition, Miete, Abo und Pacht, abzüglich Einspeisevergütung. Ohne Restwert der Anlage am Ende, ohne Steuern und Förderung. Die Erträge stammen aus dem Berliner PVGIS-Profil, nicht aus deiner Anlage im Rechner; Verbrauch und Lastverschiebung sind synthetische Annahmen.

Kein Angebotsvergleich. Die Modelle zeigen, wie die Konzepte grundsätzlich rechnen. Konkrete Angebote, Vertragsklauseln und dein Dach entscheiden.

Die Modelle nebeneinander

ModellVorabJahr 120 JahreBarwertGegenüber Netz­strom
Netzstrom, Festpreis (z. B. Ökostrom)0 €1.400 €28.000 €20.828 €–
Nur Netzstrom, dynamischdynamisch0 €1.488 €29.760 €22.138 €1.760 €
Kauf beim Fachbetrieb19.000 €-50 €22.905 €21.596 €-5.095 €
Kauf beim Komplettanbieterdynamisch23.750 €227 €33.208 €30.477 €5.208 €
Miete beim Komplettanbieterdynamisch0 €2.897 €58.859 €43.727 €30.859 €
Dachfläche verpachten0 €1.200 €24.000 €17.853 €-4.000 €
Solarstrom vom Dach kaufen0 €1.137 €22.857 €16.998 €-5.143 €

Jahr 1 und Summe enthalten alle laufenden Zahlungen; negative Beträge heißen, dass Erlöse die Kosten übersteigen. Barwert mit 3 % Diskontsatz.

Kosten über den ganzen Zeitraum

Diagramm wird geladen …

Was die Zahlen hier sagen

Anlage: 10 kWp und 10 kWh Speicher erzeugen im ersten Jahr 10.566 kWh. Davon deckst du 82 % deines Bedarfs von 4.000 kWh (4.000 kWh Haushalt).

Komplettanbieter: Derselbe Lieferumfang kostet hier 4.750 € mehr als beim Fachbetrieb (23.750 € statt 19.000 €). Diesen Aufpreis muss der Energiemanager über Lastverschiebung erst wieder einspielen.

Miete: Über 20 Jahre zahlst du 25.651 € mehr als beim Kauf desselben Pakets. Als Kredit gelesen entspricht die Miete einem Zins von 8,6 % pro Jahr, Service und Ersatz bereits abgezogen. Vergleiche das mit einem Ratenkredit für den Kaufpreis.

Dynamischer Tarif: Rund 5 % deines Verbrauchs lassen sich nach den Annahmen in günstige Stunden schieben. Ohne Anlage ändert das deine Rechnung im ersten Jahr um +88 €, Smart Meter und Grundgebühr eingerechnet. Mit Anlage zählt nur noch der Netzbezug von 715 kWh.

Ökostrom ohne eigene Anlage: Zum Festpreis kostet dich Strom über 20 Jahre 28.000 €, ohne Investition und ohne Risiko. Liegt kein Modell mit eigener Anlage deutlich darunter, erreichst du mit einem guten Ökostromtarif ökologisch viel, ohne Geld zu binden.

Dach überlassen: Die Pacht bringt 200 € im Jahr, ohne Risiko und ohne eigene Stromersparnis. Beim Contracting zahlst du für Solarstrom 27 ct statt 35 ct je kWh; über 20 Jahre sind das 5.143 € weniger als reiner Netzstrom.

Die Modelle im Überblick

Alle bringen Solarstrom aufs Dach. Sie unterscheiden sich darin, wem die Anlage gehört, wer das Risiko trägt und wie lange du gebunden bist.

  • Kauf beim Fachbetrieb

    Du kaufst die Anlage beim Handwerksbetrieb vor Ort und bist von Anfang an Eigentümer und Betreiber. Stromtarif und Energiemanagement wählst du selbst.

    Plus
    Meist der niedrigste Preis je kWp; freie Wahl von Tarif, Messstellenbetreiber und Komponenten; Ansprechpartner in der Nähe.
    Minus
    Kapital oder eigener Kredit nötig; Wartung, Versicherung und Ersatzgeräte organisierst du selbst.
    Für
    Wer Eigenkapital oder günstigen Kredit hat und sich um Angebote kümmern mag.
  • Kauf beim Komplettanbieter

    Bundesweite Komplettanbieter verkaufen Anlage, Speicher, Wallbox, Energiemanager und oft einen eigenen dynamischen Tarif als Paket, mit Beratung per Video und eigenen Montageteams.

    Plus
    Alles aus einer Hand, schnelle Terminplanung, Software zur Steuerung von Speicher, Auto und Wärmepumpe.
    Minus
    Paketpreise lassen sich schwer mit Einzelangeboten vergleichen; laufendes Software-Abo; Tarif und Energiemanager sind oft an die eigene Hardware gebunden. Fällt der Anbieter aus, fehlen Service und Software.
    Für
    Wer wenig Aufwand möchte und Auto oder Wärmepumpe wirklich steuern lässt.
  • Miete

    Der Anbieter stellt die Anlage auf dein Dach und vermietet sie dir über meist 20 Jahre. Service, Versicherung und Ersatz defekter Teile sind enthalten; danach geht die Anlage meist für einen symbolischen Betrag an dich.

    Plus
    Kein Kapital, feste Rate, Rundum-Service inklusive Speichertausch.
    Minus
    Über die Laufzeit meist deutlich teurer als Kauf; praktisch unkündbar, beim Hausverkauf oder Erbfall muss der Vertrag übernommen oder abgelöst werden. Du bist trotzdem Anlagenbetreiber mit allen Pflichten.
    Für
    Wer kein Kapital und keinen Kredit bekommt und den Aufpreis für Service bewusst zahlt.
  • Dachfläche verpachten

    Ein Investor baut und betreibt die Anlage auf deinem Dach und zahlt dafür eine Pacht. Den Strom verkauft er, du beziehst weiter Netzstrom.

    Plus
    Kein Risiko, keine Arbeit, ein kleiner fester Ertrag.
    Minus
    Bei Einfamilienhäusern selten angeboten; Laufzeit 20 bis 30 Jahre, Sicherung im Grundbuch, Dachsanierung und Rückbau müssen geregelt sein. Keine Stromersparnis.
    Für
    Große Scheunen-, Hallen- und Gewerbedächer; beim Einfamilienhaus eher die Ausnahme.
  • Solarstrom vom Dach kaufen (Contracting)

    Ein Betreiber baut die Anlage auf deinem Dach und verkauft dir ihren Strom zu einem festen Preis je kWh. Ähnlich funktionieren Mieterstrom und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung im Mehrfamilienhaus.

    Plus
    Günstiger Solarstrom ohne Investition, kein Betreiberaufwand.
    Minus
    Der Preisvorteil gegenüber Netzstrom ist begrenzt; lange Bindung; die Einspeisevergütung bekommt der Betreiber.
    Für
    Mehrfamilienhäuser, Eigentümergemeinschaften, Vermieter.

Dynamische Stromtarife: was sie bringen

Seit 2025 muss jeder Lieferant einen anbieten (§ 41a EnWG). Der Preis folgt viertelstündlich der Börse; nötig ist ein Smart Meter, freiwillig für bis zu 30 € im Jahr.

  • ⅔ fest

    Netzentgelte, Steuern und Abgaben am Haushaltspreis von 37 ct/kWh (BDEW)

  • 8,9 ct/kWh

    mittlerer Börsenpreis 2025, in 573 Stunden negativ

  • 1–4 %

    Ersparnis ohne steuerbare Geräte (Studie, 10/2025)

  • rund 31 %

    mit gesteuert geladenem E-Auto, Wärmepumpe 7 %

Die Verbraucherzentrale hält dynamische Tarife für normale Haushalte meist nicht für lohnend. Im Rechner stecken sie in drei eigenen Annahmen: verschiebbarer Anteil, Ersparnis je verschobener kWh, Zusatzkosten.

Kritik an den Paketen

  • Gesamtkosten

    Miete ist laut Verbraucherzentrale meist teurer als Kauf; manche Anbieter rechnen mit zwei- bis dreimal so hohen Strompreissteigerungen wie üblich. Der Rechner zeigt den Kreditzins, dem die Miete entspricht.

  • Lock-in

    Paket-Tarife gibt es teils nur zusammen mit Anlage, Messstelle und Energiemanager desselben Anbieters. Beworbene Arbeitspreise enthalten mitunter schon Rabatte auf Netzentgelte und liegen effektiv deutlich höher.

  • Anbieterrisiko

    Seit 2025 sind mehrere Komplettanbieter in Insolvenz oder Eigenverwaltung gegangen, andere haben ihre Mietanlagen an Investoren verkauft. Über 20 Jahre ist der Vertragspartner von heute nicht sicher der von morgen.

  • Solarspitzengesetz

    Keine Vergütung bei negativen Preisen, ohne Smart Meter nur 60 % Einspeisung. Das macht Steuerung wertvoller und ist das wichtigste Verkaufsargument der Pakete.

Dafür sprechen: kein Kapital, Service aus einer Hand und eine Steuerung, die Auto, Wärmepumpe und Speicher wirklich nach Preisen fährt. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt fast nur davon ab, wie viel Verbrauch sich verschieben lässt.

Was das Modell vereinfacht

Alle Modelle nutzen die stündliche Energiebilanz des Rechners mit Berliner Sonnendaten (35° Süd), synthetischem Verbrauchsprofil und 60 % Exportlimit; Kauf und Miete dieselbe Anlage. Restwert, Steuern, Förderung, Netzladen des Speichers und zeitvariable Netzentgelte fehlen, ebenso Geräteeigenheiten wie Speicherkühlung. Pacht, Mietrate, Anbieteraufschlag und Tarifannahmen sind Größenordnungen, keine Angebotspreise. Für deine eigene Anlage nutze den Rechner und den Rechenweg.

Quellen

Abgerufen am 30.10.2026. Mietraten, Übernahmepreis und Dachpacht stammen aus Ratgeber- und Anbieterangaben und sind nicht amtlich belegt.